K 50 - Dorf erstickt im Verkehr

Bettendorf, den 06.07.2018

K 50 – Gesamtkonzept muss her, damit Dorf im Verkehr nicht erstickt

Die seit den 1980-er Jahren mit dem Anschluss der 50 im Miehlener Industriegebiet an die dortige Landesstraße entstandene - für eine Kreisstraße enorme - Verkehrsbelastung in der Bettendorfer Ortsdurchfahrt wird mittlerweile von der Gemeinde Bettendorf bei dem 4. Landrat im Emser Kreishaus angeprangert und eine Entlastung eingefordert.

Bei dem aufgrund der überörtlichen Bedeutung der Verkehrsthematik interessierten Lokalredakteurin der Rhein-Lahn-Zeitung (siehe Berichtslink) skizzierte Ortsbürgermeister Arnd Witzky den Verlauf der Entwicklung, die durch die aktuell anstehende Deckenerneuerung aus Richtung B 260, die Anbindung der Gillwiese innerorts sowie den 2019 anstehenden Kanalbau in der K 50 in der Ortsstraße besondere Aktualität hat.
„Wir haben als Gemeinde in den vergangenen Jahren erhebliche Mittel in die Hand genommen, um der Verkehrsbelastung etwas entgegensetzen zu können. Lärmschutzwall (mit Bauplatzverlust), Verlegung von Gehweg und Sicherung von Bushaltestellen sind sichtbare Umsetzungen. Seitens des Kreises ist in 3 Jahrzehnten immer wieder nur vertröstet worden auf kommende Entlastungen durch Umgehungsstraßen andernorts, die sich aber nicht eingestellt haben und eher ins Gegenteil umgekippt sind. Kleiner Lichtblick ist die Sperrung der Gefällstrecke aus Richtung Bäderstraße für den Gefahrgutverkehr, der auf mein Drängen vor einigen Jahren realisiert werden konnte“ faßte der Bürgermeister den Sachstand zusammen.

Elfriede Zöller, als Anliegerin und früheres langjähriges Mitglied in Orts- und VG-Rat mit der Materie bestens vertraut, ergänzte zur Vorgeschichte die schon vom Kreis in den 1980-er Jahren im Hinblick auf Maßnahmen zur Verkehrsberuhigung getätigten Grundstückskäufe im Ortseingangsbereich Brandholz.
Auch wurden frühere Überlegungen zu einer echten Entlastung von Renate Klinger in Erinnerung gerufen, die in den 1990-er Unterschriften für eine neue Streckenführung der K 50 auf alten Postwegetrassen sowie Fußgängerüberwege ins Gespräch gebracht hatte.

Die von den Kreisstraßenstellen in Bad Ems und Diez zuletzt in 2015 als „moderat“ eingestufte Überschreitung der innerörtlichen Geschwindigkeiten sowie die entstanden Verkehrsbelastung empfinden die Bürger als Hohn, denen jeden Tag ab 04.30 „die Laster durch die Vorgärten fahren“ war der einhellige Tenor der anwesenden Anlieger.
„Ich bin von Duisburg aufs Land gezogen und kann jetzt im Hof bei der Geräuschkulisse keinen Kaffee mehr trinken geschweige sonstwie Freizeit genießen“ berichtete Monika Mootz als Anliegerin der Miehlener Straße zur Gesamtsituation der Anlieger. Beim Ortstermin mit der RLZ bestätigte die ständige Geräuschkulisse des Lkw- und Pkwflut am Brandholz die Aussagen zur Belastung der Bürger in ihrem Wohnumfeld sowie den Problemen der Fußgänger (zB. Schulkinder) beim Queren der K 50.

Massnahmen zur Verkehrsberuhigung am Brandholz wären als erster Schritt jetzt noch machbar, nachdem auf Nachhaken des Ortsbürgermeister der LBM am Bettendorfer Ortseingang die Ausbauzone der im August anlaufenden Deckenerneuerung zwischen Bettendorf und Obertiefenbach angepasst hat.

Auch wird seitens der Gemeinde die Gillwiese in diesem Bereich nur provisorisch angebunden, damit hier die Option zu Verkehrslenkungsbauten bei dem in 2019 anstehenden analbau mit der Deckenerneuerung auf der Kreisstraße offenbleibt. Letztlich muss aber ein Gesamtkonzept her, damit das Dorf nicht im Verkehr erstickt.

Die Gemeindeverantwortlichen setzten bei der Sachlage auf Einsicht bei den Kreisvertretern hinsichtlich eines Gesamtkonzeptes bei dem für Ende Juli mit dem Landrat angesetzten weiteren Gesprächstermin.
Gerade die anstehende Anbindung der Neubauumgehung Miehlen/Marienfels mit den bekannten innerstädtischen Verkehrsproblemen auf der „Umgehung“ Nastätten läßt ansonsten für Bettendorf noch weitere Befürchtungen aufkommen.



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Fernverkehr gehört nicht auf eine innerörtliche Kreisstraße mit Kurvenradien aus den 1970-er Jahren. Alle bisher angesprochenen Haushalte unterstützen die Forderungen zur Verkehrsentlastung. Wer noch nicht erreicht wurde, kann sich an die Ansprechpartner Carsten Zöller oder Tessa Schmidt wenden.

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Foto: Verkehrsentlastung jetzt