K 50 in der OD - Verkehrsministerium gefragt

Bettendorf, den 05.08.2018

Kreisstraße in der Ortsdurchfahrt -
Zeitplan Kanal- / Deckenerneuerung auf Kurs -
Richtlinien der Straßenbaubehörden in RLP in Frage gestellt

 

Letzte Woche fand zum Ende der Sommerferien die von Ortsbürgermeister Arnd Witzky mit Landrat Frank Puchtler vereinbarte Besprechung zu den brennenden Kreisstraßenfragen in der Bettendorfer Ortsdurchfahrt statt, an denen neben Gemeinde- und Kreisvertretern auch VG-Bürgermeister und -Werksleitung sowie der Leiter des LBM Diez teilnahm.
In den eigentlich relativ kühlen Räumen der Betho-Scheune war durch die extremene Außentermperaturen sowie durch den angestauten Unmut der örtlichen Vertreter über den bisherigen Ablauf zu den Themen „Koordination OG/VG/Kreis“ sowie „Verkehrsentlastung auf der Kreisstraße“ in der Ortsdurchfahrt eine brisante Wetterlage gegeben.

 

Bürgermeister Witzky rief – neben den seit 10 Jahren dauernden Gesprächen zu Werkeplanungen für die Ortsdurchfahrt – insbesondere die Vorgeschichte zu der seit 3 Jahrzehnten laufenden Diskussion zu dem Thema Verkehrsentlastung auf der K 50 in Erinnerung und fasste die aktuelle Situation aus Gemeindesicht zusammen: „Zum einen gilt es, bei der anstehenden Kanalbaumassnahme möglichst die Win/Win Effekt für Kreis/VG/OG fair zu verteilen. Zum anderen ist die Chance zur Verkehrsentlastung zu nutzen. Mit über 15.700 Fahrzeugen / Werktagswoche am Brandholz lagen wir bereits 2015 über dem fünffachen Satz einer üblichen Kreisstraße. Ohne große hellseherische Fähigkeiten ist vorhersehbar, dass die anstehenden aktuellen Zählwerten nach Öffnung der Umleitung Marienfels/Miehlen dies nochmal toppen werden.“
 

Inhaltlich konnte bei dem Termin nun hinsichtlich der Deckenerneuerung und Kanalbaumassnahme zumindest eine Abstimmung zwischen Kreis/LBM, VG-Werken und Ortsgemeinde zur weiteren Vorgehensweise erzielt werden. Die Umsetzung bleibt hier abzuwarten. Gemeindeseitig wird man eigenständig die notwendigen Daten für den Gehwegbereich liefern.
 

Hinsichtlich der notwendigen Verkehrsentlastungen auf der Kreisstraße klafften die Auffassungen von Ortsvertretern und Straßenbaubehörde aber weit auseinander.
Wie bereits 2015 beruft sich der LBM-Leiter Lutz Nink auf Richtlinien, die bei der in Bettendorf gegebenen Verkehrssituation Tempobeschränkungen etc. nicht hergeben. Ein Durchschnittstempo größer 50 km/h im Ortseingangsbereich mit dortiger Tempo 30 Beschilderung ist danach hinzunehmen.

 

Wer im nahen Hessen mit diesen Werten an Blitzern vorbeifährt, wird schnell zum Fußgänger“ entgegnete der Ortsbürgermeister und zeigte kein Verständnis für die Diezer Wiederholung bekannter nicht weiterführender Altaussagen und fehlendem Aufzeigen echter Lösungsansätze.

Auch aus den Reihen der anwesenden Vertreter der örtlichen „Bürgerinititative l(i)ebenswertes Bettendorf“ wurde die Kritik der Gemeinde an der Diezer Haltung untermauert. „Eine Kreisstraße darf nicht als Ersatzquerspange für Mautverkehr und fehlende Fernverkehrswege herhalten“ war ein weiterer Tenor der Äußerungen. Für einen Bettendorfer, selbst in Verantwortung als Geschäftsführer eines mittelständischen Betriebes, waren die zähflüssigen Verwaltungsabläufe der Straßenbehörden und die Einschätzung der Gefahrenlage auf der Kreisstraße im Umfeld von Steilstrecke am Sportplatz sowie Bushaltestellen in keinster Weise nachvollziehbar.

 

Die im Vergleich zu Hessen und Baden Württemberg offensichtlich durch den Mainzer Verkehrsminister vorgegebene restriktive Handhabung von Tempobeschränkungen und Verkehrsberuhigungmassnahmen in Rheinland-Pfalz sind für keinen Normalbürger nachvollziehbar, wie auch das Beispiel „LBM-Anordnung Tempo 30 weg“ in Fachbach zeigt.

Landrat Frank Puchtler will zu diesem Thema im Verkehsministerium bei einem dort anstehenden Termin auf eine Neuregelung drängen. Davon unabhängig hatte der Ortsbürgermeister im Juli dem Mainzer Verkehrsminister die Bettendorfer Situation auch schon per Mail dargestellt.

 

Seitens der Gemeinde werden die weiteren Schritte in der nächsten Ratssitzung zu beraten sein. Die Vertreter der örtlichen BI um Carsten Zöller haben für Anfang September weitere Aktionen ins Auge gefasst.


 

Foto Gemeinde:

Nach Fertigstellung der Gillwiese soll im Bereich der Einmündungen der Nebenstraßen ohnehin nun die Grenze der Ortsdurchfahrt auf der Kreisstraße weiter in Richtung B 260 verlegt werden.
Die Gemeinde hält an ihrer Auffassung fest, dass hier mit einem Kreisel und sonstigen Massnahmen zur Verkehrsberuhigung letztlich nur eine Verringerung des "Fernverkehrs" und Entlastung für das Dorf erreicht wird.
Bei der anstehenden Kanaldeckerneuerung könnte dies aus einem Guss mit geringem Aufwand realisiert werden, wenn man denn an der Lahn nur will.




 

 

Foto: Skizze Kreisel im Einmündungsbereich Gill-/Schulwiese auf Brandholz/K50